Kohle erklärt - Entstehung, Folgen und Zukunft in Deutschland

Ein riesiger Tagebau mit Baggern und Förderbändern, der zeigt, was Kohle ist: ein fossiler Brennstoff, der abgebaut wird.

Geschrieben von

Anja Herold

Veröffentlicht am

8. Okt. 2026

Inhaltsverzeichnis

Ob im Strommix, in der Stahlproduktion oder in der Klimapolitik: Kohle begegnet uns noch immer an vielen Stellen. Ich erkläre, was Kohle geologisch ist, wie Braunkohle und Steinkohle entstehen, warum ihre Verbrennung besonders klimaschädlich ist und welche Rolle sie 2026 in Deutschland im Vergleich zu Atomenergie und erneuerbaren Energien spielt.

Die wichtigsten Fakten zur Kohle auf einen Blick

  • Kohle ist ein fossiler Brennstoff, der aus abgestorbenen Pflanzen unter Druck und Wärme über Millionen Jahre entstanden ist.
  • Braunkohle enthält mehr Wasser und hat einen geringeren Heizwert als Steinkohle.
  • Bei der Verbrennung entstehen besonders viele CO2-Emissionen sowie Luftschadstoffe.
  • In Deutschland wurde die heimische Steinkohleförderung 2019 beendet. Braunkohle wird weiterhin im Tagebau gewonnen.
  • Das deutsche Kohleausstiegsgesetz sieht spätestens 2038 das Ende der Kohleverstromung vor.

Ein riesiger Tagebau, wo riesige Maschinen nach Kohle graben. Windräder am Horizont zeigen, was ist Kohle und wie wir Energie gewinnen.

Was ist Kohle und wie entsteht sie?

Kohle ist ein schwarzes bis braunes, festes Gestein mit einem hohen Anteil an Kohlenstoff. Sie gehört zu den fossilen Energieträgern, genauso wie Erdöl und Erdgas. Ihre gespeicherte chemische Energie lässt sich durch Verbrennung in Wärme, Dampf und schließlich Strom umwandeln.

Die Entstehung beginnt mit Pflanzen, die vor Millionen Jahren in sumpfigen Landschaften absterben. Unter Luftabschluss lagern sich immer neue Schichten darüber. Druck und steigende Temperaturen verändern das organische Material Schritt für Schritt. Aus Pflanzenresten wird zunächst Torf, danach Braunkohle und bei stärkerer Verdichtung schließlich Steinkohle.

Dieser Prozess heißt Inkohlung. Je länger und intensiver sie abläuft, desto höher sind normalerweise Kohlenstoffgehalt und Heizwert. Das erklärt, warum verschiedene Kohlearten nicht gleich viel Energie liefern und auch unterschiedliche Auswirkungen beim Abbau und bei der Nutzung haben.

Warum Kohle nicht gleich Kohle ist

Kohleart Typische Eigenschaften Hauptnutzung
Braunkohle Jung, hoher Wassergehalt, niedrigerer Heizwert Strom- und Wärmeerzeugung
Steinkohle Älter, energiereicher, höherer Kohlenstoffanteil Stromerzeugung und Stahlindustrie
Anthrazit Sehr hoher Kohlenstoffgehalt, hart und schwer entzündlich Spezielle industrielle und thermische Anwendungen

Der Begriff fossiler Brennstoff beschreibt dabei nicht nur das hohe Alter. Entscheidend ist, dass Kohle aus früherer Biomasse entstanden ist und bei ihrer Verbrennung Kohlenstoff freisetzt, der über geologische Zeiträume gebunden war. Für mich ist genau dieser Punkt wichtig, weil er die Klimawirkung verständlicher macht als die bloße Aussage, Kohle sei „schmutzig“.

Braunkohle und Steinkohle unterscheiden sich deutlich

In Deutschland spielt vor allem die Unterscheidung zwischen Braunkohle und Steinkohle eine Rolle. Braunkohle enthält deutlich mehr Feuchtigkeit und besitzt deshalb pro Kilogramm weniger nutzbare Energie. Sie wird meist direkt neben dem Kraftwerk im Tagebau verbrannt, weil sich der Transport über große Entfernungen wirtschaftlich kaum lohnt.

Steinkohle ist energiereicher und kann leichter über Schiffe, Züge oder andere Transportwege importiert werden. Deutsche Steinkohle wird nicht mehr gefördert, deshalb stammt die in Deutschland eingesetzte Steinkohle aus dem Ausland. In der Industrie wird sie außerdem zu Koks verarbeitet, der im Hochofen als Brennstoff und Reduktionsmittel für die Stahlherstellung dient.

Tagebau verändert ganze Landschaften

Der Braunkohleabbau im Tagebau ist technisch vergleichsweise einfach, greift aber tief in Landschaften und Wasserhaushalte ein. Große Schaufelradbagger entfernen zunächst Boden und Gestein, bevor die Kohle aus flachen Lagerstätten gewonnen wird. Dörfer können verlegt werden, landwirtschaftliche Flächen verschwinden und das Grundwasser muss häufig abgesenkt werden.

Eine spätere Rekultivierung kann neue Wälder, Seen oder landwirtschaftliche Flächen schaffen. Sie macht den ursprünglichen Zustand jedoch nicht vollständig rückgängig. Renaturierung braucht Jahrzehnte und löst nicht automatisch alle Probleme, etwa bei abgesenktem Grundwasser oder belasteten Böden.

Wie Kohle Energie liefert und wofür sie gebraucht wird

Im Kohlekraftwerk wird Kohle gemahlen und verbrannt. Die entstehende Wärme erhitzt Wasser, der Dampf treibt eine Turbine an und ein Generator erzeugt Strom. Der Wirkungsgrad moderner Anlagen ist zwar höher als bei alten Kraftwerken, doch auch ein effizientes Kraftwerk setzt bei der Verbrennung weiterhin große Mengen fossiles CO2 frei.

Kohle wird nicht nur zur Stromerzeugung eingesetzt. Zu den wichtigsten Anwendungen gehören:

  • Strom und Fernwärme in Kohlekraftwerken
  • Stahlproduktion mit Koks aus Steinkohle
  • Herstellung bestimmter chemischer Grundstoffe
  • Teilweise Nutzung in der Zement- und Baustoffindustrie

Die Bedeutung für den Stromsektor nimmt in Deutschland ab. Nach Angaben von Destatis wurden 2025 rund 74,2 Terawattstunden Strom aus Braunkohle und 29,5 Terawattstunden aus Steinkohle erzeugt. Zusammen entsprach das etwa einem Fünftel der Bruttostromerzeugung. Erneuerbare Energien kamen im selben Jahr dagegen auf rund 57 Prozent.

Diese Zahlen zeigen zweierlei. Kohle ist kein verschwundener Energieträger, aber ihr Anteil sinkt deutlich. Gleichzeitig bleibt sie als steuerbare Energiequelle politisch umstritten, weil Kraftwerke bei geringer Wind- und Solarstromproduktion kurzfristig einspringen können, dabei aber besonders hohe Emissionen verursachen.

Warum Kohle Umwelt und Gesundheit belastet

Das größte Problem ist die Klimawirkung. Bei der Verbrennung verbindet sich der Kohlenstoff der Kohle mit Sauerstoff zu Kohlendioxid. Braunkohle ist wegen ihres hohen Wasseranteils besonders emissionsintensiv pro erzeugter Kilowattstunde. Auch Steinkohle verursacht deutlich mehr CO2 als erneuerbare Energien und im direkten Betrieb meist mehr als Erdgas.

Das Umweltbundesamt meldete für den deutschen Strommix 2024 durchschnittlich 363 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Der Wert beschreibt den gesamten Strommix und nicht allein Kohlekraftwerke. Er zeigt aber, wie stark ein höherer Anteil erneuerbarer Energien die Emissionsintensität senken kann.

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Schadstoffe bleiben trotz Filtertechnik ein Thema

Moderne Anlagen filtern viele Schadstoffe besser als frühere Kraftwerke. Trotzdem entstehen bei der Kohleverbrennung unter anderem Feinstaub, Stickoxide, Schwefeldioxid und Schwermetalle. Diese Stoffe können Atemwege und Herz-Kreislauf-System belasten, besonders wenn die Belastung über längere Zeit anhält.

Hinzu kommen die Folgen des Bergbaus. Der Tagebau zerstört Lebensräume, verändert den Wasserhaushalt und verbraucht große Flächen. Bei Steinkohle können unterirdische Bergsenkungen und Grubenwasser langfristige Aufgaben für Regionen und öffentliche Haushalte schaffen.

Ich halte es deshalb für verkürzt, nur über den Preis einer Kilowattstunde zu sprechen. Eine faire Bewertung muss auch Gesundheitskosten, Umweltschäden, Flächenverbrauch und Klimafolgen berücksichtigen. Genau diese Folgekosten werden im Alltag oft nicht direkt auf der Stromrechnung sichtbar.

Kohle, Atomenergie und erneuerbare Energien im Vergleich

Kohle und Atomenergie werden häufig gemeinsam als konventionelle Energien betrachtet. Technisch und politisch sind sie jedoch sehr unterschiedlich. Kohle ist ein fossiler Brennstoff und setzt bei der Verbrennung CO2 frei. Atomkraft nutzt die Spaltung von Uran und erzeugt im laufenden Betrieb kaum direkte CO2-Emissionen, bringt aber andere Risiken mit sich.

Energieform Stärke Zentrales Problem
Kohle Planbare Stromerzeugung und vorhandene Kraftwerksinfrastruktur Sehr hohe CO2-Emissionen, Luftschadstoffe und Bergbaufolgen
Atomenergie Hohe, kontinuierliche Stromproduktion mit niedrigen direkten CO2-Emissionen Radioaktiver Abfall, Unfallrisiken, hohe Bau- und Rückbaukosten
Wind und Solar Keine Brennstoffverbrennung und sehr geringe Betriebsemissionen Wetterabhängigkeit, Netzausbau und Bedarf an Speichern oder Flexibilität

Deutschland hat seine letzten Kernkraftwerke im April 2023 abgeschaltet. Das bedeutet allerdings nicht, dass Atomenergie weltweit keine Rolle mehr spielt. Für die deutsche Klimapolitik ist die entscheidende Frage, wie Kohlekraftwerke ersetzt werden, ohne Versorgungssicherheit, bezahlbare Preise und den Ausbau der Netze aus dem Blick zu verlieren.

Erneuerbare Energien lösen nicht jedes Problem sofort. Wind- und Solarstrom schwanken, weshalb Speicher, flexible Kraftwerke, europäischer Stromhandel und ein leistungsfähiges Netz nötig sind. Trotzdem sehe ich in ihnen die langfristig tragfähigste Grundlage, weil sie keinen fossilen Brennstoff verbrauchen und ihre Umweltbelastung nicht durch fortlaufende Verbrennung wächst.

Welche Rolle Kohle in Deutschland noch spielt

Das Kohleausstiegsgesetz sieht vor, die Kohleverstromung in Deutschland spätestens bis 2038 zu beenden. Einige Regionen wollen früher aussteigen, sofern Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven gewährleistet sind. Bis dahin bleibt Kohle Teil des Energiesystems, auch wenn Kraftwerke schrittweise stillgelegt werden.

Für die betroffenen Regionen ist der Ausstieg mehr als eine technische Umstellung. Arbeitsplätze, kommunale Einnahmen, Infrastruktur und regionale Identität hängen teilweise an der Kohlewirtschaft. Ein erfolgreicher Strukturwandel braucht deshalb neue Arbeitsplätze, Investitionen und verlässliche Planung, nicht nur ein Abschaltdatum.

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, Kohleausstieg und sofortigen Ersatz durch eine einzige Energiequelle gleichzusetzen. In der Praxis geht es um einen Mix aus Effizienz, erneuerbaren Energien, Speichern, Netzen, flexibler Nachfrage und vorübergehend steuerbaren Kraftwerken. Entscheidend ist, dass jede Übergangslösung die Emissionen tatsächlich senkt und nicht neue fossile Abhängigkeiten festschreibt.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das nicht, dass einzelne Haushalte den Energiemarkt allein lösen müssen. Wirkungsvoll sind vor allem ein geringerer Energieverbrauch, effiziente Heizsysteme, gute Gebäudedämmung und ein bewusster Umgang mit Strom. Ich würde dabei eher auf dauerhaft niedrigere Verbräuche setzen als auf symbolische Einzelmaßnahmen, die technisch wenig verändern.

Was von der Kohlefrage für die Energiewende bleibt

Kohle ist ein über Millionen Jahre entstandener fossiler Energieträger mit hoher Energiedichte, aber besonders problematischen Umwelt- und Klimafolgen. Braunkohle und Steinkohle unterscheiden sich in Alter, Wassergehalt, Heizwert und Nutzung, teilen jedoch das grundlegende Problem der fossilen Kohlenstoffemissionen.

Die deutsche Entwicklung zeigt einen klaren Trend. Der Kohleverbrauch sinkt, erneuerbare Energien wachsen und der politische Ausstieg ist festgelegt. Die schwierige Aufgabe besteht darin, diesen Wandel so zu gestalten, dass Klimaschutz, Versorgungssicherheit und soziale Fairness zusammen gedacht werden.

Wer die Frage nach der Kohle beantworten will, sollte deshalb nicht bei der geologischen Definition stehen bleiben. Erst der Blick auf Abbau, Verbrennung, Folgekosten und Alternativen macht verständlich, warum Kohle die Industrialisierung geprägt hat, aber für eine klimaverträgliche Energieversorgung keine dauerhafte Zukunft sein kann.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Braunkohle ist jünger, enthält mehr Wasser und hat einen geringeren Heizwert. Steinkohle ist älter, energiereicher und wird in Deutschland importiert. Außerdem wird sie zu Koks für die Stahlproduktion verarbeitet.

Bei der Verbrennung wird Kohlenstoff mit Sauerstoff zu CO2. Braunkohle verursacht wegen ihres hohen Wasseranteils besonders viele Emissionen pro erzeugter Kilowattstunde. Zusätzlich entstehen unter anderem Feinstaub, Stickoxide, Schwefeldioxid und Schwermetalle.

Der Tagebau kann Dörfer, landwirtschaftliche Flächen und Lebensräume beseitigen. Außerdem verändert er den Wasserhaushalt, weil Grundwasser häufig abgesenkt werden muss. Rekultivierte Wälder, Seen oder landwirtschaftliche Flächen stellen den ursprünglichen Zustand nicht vollständig wieder her.

Das Kohleausstiegsgesetz sieht spätestens 2038 das Ende der Kohleverstromung vor. Einige Regionen streben einen früheren Ausstieg an, wenn Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Perspektiven gewährleistet sind. Für den Ersatz werden unter anderem erneuerbare Energien, Speicher, Netze und flexible Kraftwerke benötigt.

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Anja Herold

Anja Herold

Mein Name ist Anja Herold, und ich bringe 14 Jahre Erfahrung in den Bereichen Umweltpolitik, Klimaschutz und nachhaltige Wirtschaft mit. Mein Interesse an diesen Themen entwickelte sich während meines Studiums, als ich erkannte, wie eng unsere wirtschaftlichen Entscheidungen mit der Umwelt verknüpft sind. Ich finde es spannend, komplexe Zusammenhänge zu erläutern und dabei zu helfen, die Herausforderungen, vor denen wir stehen, besser zu verstehen. In meinen Artikeln beschäftige ich mich mit aktuellen Entwicklungen, politischen Maßnahmen und innovativen Ansätzen, die einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt haben können. Dabei lege ich großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Perspektiven zu vergleichen, um die Themen klar und verständlich zu präsentieren. Mein Ziel ist es, nützliche, präzise und aktuelle Inhalte bereitzustellen, die Leserinnen und Leser dazu anregen, sich aktiv mit den Herausforderungen des Klimaschutzes auseinanderzusetzen.

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